Redebeitrag Kundgebung 31.01.2022: "Corona ist das Salz in der Wunde einer ungerechten Gesellschaft. "
Die Coronapandemie greift in alle Bereiche unseres Lebens ein. Sie ängstigt, nervt, macht wütend, traurig und manchmal verzweifelt. Aber bei allem Neuen, was die Pandemie uns abverlangt, zeigt sie doch nur, was vorher schon falsch war: Corona ist das Salz in der Wunde einer ungerechten Gesellschaft.
Das RKI hat grade eine Studie herausgegeben zur Covid-Sterblichkeit in sozial benachteiligten Regionen. Dabei kam heraus, dass Menschen in diesen Regionen – also ärmere Menschen – ein höheres Risiko haben, an Covid zu sterben, als Menschen in reichen Regionen, und zwar 50-70%. Es ist 50-70% wahrscheinlicher an dieser Krankheit zu sterben, wenn du in einer ärmeren Gegend lebst.
Aber nicht nur das. Auch deine Zeit in Quarantäne sieht ganz anders aus, je nachdem, wie viel Geld du hast. Als reiches Paar in einer Villa mit Garten? Voll okay, fast wie Urlaub. Als Alleinerziehende mit 3 Kids in einer kleinen Wohnung? Eher die Hölle.
Aber stell dir vor, du hast nicht mal eine eigene Wohnung. Stell dir vor, du bist rumänische Leiharbeiterin in einer Fleischfabrik – wir alle erinnern uns - , du arbeitest in einer riesigen Halle mit hunderten Menschen und schläfst in einem großen Schlafsaal. Wie willst du dich da schützen?
Oder du bist grade aus Kamerun geflüchtet, weil du da keine Perspektive hattest. Der deutsche Staat will dich hier nicht und schiebt dich ab – in ein Land, in dem die Impfquote bei 2,4% liegt, weil es sich den Impfstoff nicht leisten kann.
Aber lasst uns zurück nach Deutschland kommen. Hier arbeiten Pfleger*innen in den Krankenhäusern am Limit, und zwar nicht erst seit dem Fensterklatschen zu Beginn der Pandemie. Die Krankenhäuser wurden in den letzten 20 Jahren zum Großteil privatisiert. Sie sind jetzt Unternehmen und wollen Profit machen. Da ist ein guter Personalschlüssel, da sind entspannte Angestellte erstmal zweitrangig – wenn überhaupt.
Gegen diese Zustände sollte man protestieren. Gegen diese ungerechte Welt, in der die einen zu viel und die anderen gar nichts haben, in der die einen sich kaputt arbeiten und die anderen davon profitieren. Aber wogegen protestieren die Leute stattdessen?
Sie protestieren dagegen, eine Maske zu tragen. Sie protestieren gegen eine Impfung, die sie schützen würde und die andere auf der Welt sich nichtmal leisten können. Sie sagen, ihr Immunsystem ist gut genug und schützt sie vor Corona – und wer dann doch stirbt, der war wohl zu schwach und stirbt halt. Das ist nicht nur unvernünftig. Es ist zutiefst ungerecht und unmenschlich. Leute sterben lassen, obwohl man es verhindern könnte – das kann nicht die Antwort sein.
Lasst uns stattdessen gegen die wirklichen Probleme auf die Straße gehen. Lasst uns dafür eintreten, dass endlich die Patente für die Impfstoffe freigegeben werden – damit mehr davon produziert werden kann, damit nicht einzelne Unternehmen davon profitieren, damit auch ärmere Länder sich genug davon leisten können. Lasst uns dafür eintreten, dass jede sich vernünftigen Wohnraum leisten kann. Dass niemand in viel zu kleinen Wohnungen, überfüllten Schlafsälen oder Sammellagern hocken muss. Lasst uns für die Rechte von Geflüchteten auf die Straße gehen oder die Streiks der Pfleger*innen unterstützen.
Protestieren wir gegen ein System, in dem einige gewinnen und viele verlieren. Kämpfen wir für eine Welt, in der wir miteinander solidarisch sind – auch nach Corona.
30.01. - 16-18:00 - am Bahnhof Strausberg (Vorstadt)
Auch wenn wir in Strausberg glücklicherweise kaum von betroffen sind wegen unserer kommunalen Wohnungbaugesellschaft und den Genossenschaften, kennt doch fast jeder einen Enkel, Tocher, Freund oder Oma die in einer der Städte wohnt die mit abgeprüft werden. Sagts ihnen weiter. über 20000 Menschen hats schon was genützt.
Die Linke hilft!
Mit Rechtsanwalt Karsten Knobbe und Team
Jeden letzten Montag im Monat, jeweils 18:00 bis 20:00 Uhr
Ärger mit Behörden, schwer verständliche Formulare oder die Technik spinnt?
Jeden letzten Montag im Monat helfen Ehrenamtliche in der Geschäftsstelle der Linken in Strausberg (Große Straße 45). Wir unterstützen bei
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- Anträgen zum Elterngeld oder Leistungen aus dem Bildungspaket
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Bei ausländerrechtlichen Fragen können Dolmetscher herangezogen werden. Bei rechten Übergriffen arbeiten wir mit der Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt MOL (BOrG) zusammen.
Gedanken über die Welt, in der unsere Nachkommen leben werden
Die Sammlung der Gedanken vom Juni 2018 kann hier heruntergeladen werden. Die Autoren freunen sich wie immer über Feedback und Kommentare
Standpunkte zur sicherheitspolitische Lage (Stand 2017)
Der Diskussionszirkel Friedenspolitik hat ein Standpunktepapier zur internationalen sicherheitspolitischen Lage erstellt, das hier heruntergeladen werden kann. Es wird zu gegebenen Anlässen aktualisiert. Die Autoren freuen sich über Feedback und Kommentare.
